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Mein Boot richtig einwintern

Die Tage werden kürzer, die Luft kühler, das Ende der Ferien naht: Schade, der Sommer ist vorbei. Für die meisten von uns ist es nun an der Zeit, sich dem Einwintern des Bootes zu widmen und es so winterfest zu machen – eine wichtige Etappe für einen entspannten Winter und einen lockeren Schuljahres- und Arbeitsbeginn.

Egal ob Motorboot, Segelboot, auf einem Trailer oder im Wasser – schützen Sie Ihr Boot im Winter!

Ihr Boot ist endlich auf dem Trailer oder fest vertäut, Sie wollen sofort loslegen und die Großreinigung mit dem Wasserschlauch beginnen. Haben Sie noch ein wenig Geduld: vorher gibt es einige Schritte, die Sie durchführen sollten.

Etappen für das richtige Einwintern

Das Boot ausräumen:

Boot ausräumen: Tatsächlich könnte einiges an mobiler Ausstattung und mobilem Zubehör während des Winters „abhandenkommen“. Gehen Sie kein Risiko ein und nehmen Sie Ihre Sportausrüstung (Paddel, Wakebord, Taucherbrille …), Ihre tragbaren elektronischen Instrumente (Funk, GPS …) sowie Ihre Sicherheitsausrüstung (Signalraketen, Feuerlöscher, Rettungswesten) von Bord. Prüfen Sie bei dieser Gelegenheit auch gleich die Verfallsdaten, bevor Sie die Sachen reinigen und im Trocknen lagern.

Motor:

Seinen Motor einzuwintern ist so etwas wie eine jährliche Generalüberholung. Süßwasser-Spülung, Öl- und Kraftstoffwechsel (Benzin / Diesel), Auswechseln der Öl-und Kraftstofffilter, des Impellers der Wasserpumpe, der zugänglichen Anoden, Schmierung des Motorblocks und der Schrauben. Die Einwinterung des Motors ist unerlässlich, wenn sie noch viele Jahre Ihre Freude an ihm haben wollen.

Weitere Informationen über die Pflege und das Einwintern des Bootsmotors finden Sie in unserem Ratgeber "Wie warte ich meinen Bootsmotor?".

Batterien:

Die beste Lösung besteht darin, die Bordbatterien ebenfalls von Bord zu nehmen und sie an einem trockenen Ort mit Auflademöglichkeit zu lagern. Falls dies unmöglich ist, sollten Sie die Batterien einmal pro Monat kontrollieren und aufladen, denn ein Bleiakkumulator, der sich zu mehr als 70 % entlädt, ist unwiderruflich beschädigt.

NB: Klemmen Sie die Batterie nicht ab, wenn Ihre Bilgenpumpe daran angeschlossen ist, da diese ihre Funktion sonst nicht mehr erfüllt.

Reinigen: 

Etwas Muskelkraft und geeignete, möglichst umweltfreundliche Produkte sind das Erfolgsrezept für ein sauberes Boot. Alles muss gereinigt werden: Deck, Steuerkonsole, Kissen, Fallen, Innenraum und Außenhaut. Falls es Ihnen an Motivation fehlt, denken Sie an das befriedigende Gefühl, wenn Sie bei Saisonbeginn an Bord eines sauberen, funktionsfähigen und gemütlichen Bootes steigen. Nutzen Sie für den Innenraum einen Allzweckreiniger. Ein Deck-und Rumpfreiniger ist für die Deckreinigung vollkommen ausreichend. Sie wollen ja kein Boot, das unter der Plane glänzt, sondern ein geschütztes Boot.

Einwintern eines bewohnbaren Bootes:

Segel:

Spülen, trocknen und ordentlich zusammenfalten. Wenn möglich, trocken zu Hause lagern.

WC:

Die Fäkalientanks müssen in einer dafür vorgesehen Anlage geleert werden. Während der Entleerung Süßwasser und ein geeignetes Reinigungsmittel hinzufügen (z. B.: Entfettender Allzweckreiniger aus einem Teil Branntweinessig). Letzter Schritt: vollständige Entleerung der Tanks.

Süßwassersystem:

Die Wassertanks und Warmwasserboiler vollständig leeren. Anschließend Frostschutzmittel und antibakterielles Mittel hinzufügen, bevor Sie sie wieder auffüllen.

Belüften:

Es ist wichtig, die Funktionsfähigkeit der Ventilatoren und Lüfter zu überprüfen. Ein Luftentfeuchter kann sehr hilfreich sein. Für eine optimale Belüftung empfehlen wir Ihnen, Ihre Truhen und Schränke offen stehen zu lassen.

Überprüfen:

Stellen Sie sicher, dass alle Bullaugen, Luken und Decksluken gut geschlossen und wasserdicht sind. Zögern Sie nicht, die Festmacher zu verdoppeln sowie zusätzliche Fender zu befestigen. Tipp: Sie können Ihre Anlegefedern sichern, indem Sie für den Fall eines Bruchs der Feder ein Stück Kette zwischen den Ruckdämpfern und der Stegklampe anbringen.

Schützen:

Es ist sinnvoll, Holz, Kunststoff und Polster für den Schutz vor Schmutz und UV-Strahlen mit Abdeckungen zu versehen. Sie sollten gut anliegen, das heißt nicht mit dem Deck in Berührung kommen, sondern an den Enden des Bootes herunterhängen.

Tipps und Tricks von Orangemarine

Natürlich kann ein regelmäßiges Nach-dem-Rechten-schauen, besonders bei schlechtem Wetter, durch nichts ersetzt werden. Wenn Sie aber nicht vor Ort sein können, bietet es sich an, einen Freund oder einen Profi mit der Überprüfung Ihres Bootes zu beauftragen. Das ist kostengünstig und vermeidet größere Schäden.

Ein Boot, das gut für den Winter vorbereitet wird, ist ein gut geschütztes Boot, wodurch sich seine Lebensdauer verlängert. Das Einwintern ist eine nicht zu vernachlässigende Maßnahme. Sei es zur eigenen Beruhigung (um nicht den ganzen Winter über bei jeder Schlechtwettervorhersage in Panik zu geraten) oder für den eigenen Geldbeutel (ein regelmäßig gepflegtes und gewartetes Boot ist kostengünstiger und lässt sich besser wiederverkaufen): sein Boot ordnungsgemäß für das Überwintern vorzubereiten, bietet nur Vorteile.